In einem wesentlichen Punkt unterscheiden sich niederländische Hochschulen von deutschen: Während in Deutschland der Lernstoff überwiegend durch Vorlesungen, Übungen und Seminare vermittelt wird, steht in den Niederlanden der so genannte „problemgesteuerte Unterricht'' (probleemgestuurd onderwijs) im Vordergrund. Für viele Studierende ist diese Lernform der optimale Weg zum erfolgreichen Studienabschluss.
Problemgesteuerter Unterricht kennzeichnet sich vor allem dadurch, dass sich der Studierende aktiv am Lernprozess beteiligt. Man wird mit einem konkreten Problem konfrontiert, das es Schritt für Schritt zu lösen gilt. Dies geschieht mit Hilfe eines Aktionsplans. Die Lösung dieses Problems ist in fast allen Fällen Gruppensache. In der Gruppe analysiert man das Thema der Aufgabe und inventarisiert, welches Wissen man braucht, um eine Lösung zu erarbeiten.
Anschließend macht sich jeder eigenständig ans Quellenstudium (z. B. in der Bibliothek oder im Internet). In der Projektgruppe werden die Ergebnisse vorgetragen und besprochen. Dabei werden auch die Befunde der anderen Gruppenmitglieder besprochen und auf diese Weise wird eine Antwort auf die Fragen erarbeitet, die sich aus der Aufgabenstellung ergeben.
Mit dieser Arbeitsweise eignet man nicht nur Lösungsansätze für Probleme im späteren Arbeitsumfeld an, sondern man lernt auch echtes Teamwork kennen und schätzen. Soziale Kompetenz wird trainiert, etwa beim Diskutieren, in der täglichen Zusammenarbeit oder bei Präsentationen. Nebenbei lernt man auf diese Weise den Umgang mit sekundären Aspekten wie z. B. Gesprächsleitung und Protokollführung.
Weil das Studium auch Praktika umfasst, erhält man einen guten Einblick in das zukünftige Arbeitsfeld.